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Was Vertriebler über Kalkulation wissen sollten (I) – Divisionskalkulation

Divisionskalkulationen sind die einfachsten. Sie sind selten einsetzbar, aber wenn, dann geht es ziemlich flott mit der Preisfindung. Es lassen sich, je nach den Prozessen im Unternehmen, drei Varianten unterscheiden. Wir sehen sie uns hier anhand des Beispiels eines Bilderrahmenherstellers an.

Einstufige Divisionskalkulation

Einsetzbar unter folgenden Bedingungen:

  1. Das Unternehmen oder ein selbstständiger Geschäftsbereich mit eigener Kostenrechnung erstellt nur ein Produkt oder eine Dienstleistung.
  2. Produktions- und Absatzmenge stimmen überein, weil nur dann Kosten der Produktion sowie für Verwaltung und Vertrieb auf dieselbe Menge bezogen werden können.
  3. Es handelt sich um eine einstufige Fertigung (Herstellung an einer Maschine, in einer Werkstatt oder durch eine Person).

Sie kann beispielsweise bei der Stromerzeugung, in Kleinst-(Einprodukt-)betrieben, der Baustofferzeugung, einfachen Lohnfertigungen oder bei einfachen Dienstleistungen eingesetzt werden.

Die Divisionskalkulation ist die einfachste Form der Kalkulation. Bei der einstufigen Divisionskalkulation werden die Gesamtkosten durch die Anzahl der Produkte geteilt, sodass sich die Selbstkosten pro Stück ergeben.

Beispiel: Unser Bilderrahmenhersteller fertigt pro Jahr 5.000 Standard-Bilderrahmen bei Gesamtkosten von 400.000 EUR. Nach der einstufigen Divisionskalkulation ergeben sich die Kosten:

Einstufige Divisionskalkulation
Einstufige Divisionskalkulation

Zweistufige Divisionskalkulation

Einsetzbar unter folgenden Bedingungen:

  1. Das Unternehmen oder ein selbstständiger Geschäftsbereich mit eigener Kostenrechnung erstellt nur ein Produkt oder eine Dienstleistung.
  2. Produktions- und Absatzmenge stimmen nicht überein, die Kosten der Produktion sowie für Verwaltung und Vertrieb müssen auf unterschiedliche Mengen bezogen werden können.
  3. Es handelt sich um eine einstufige Fertigung (Herstellung an einer Maschine, in einer Werkstatt oder durch eine Person).

Sie kommt für alle bei der einstufigen Divisionskalkulation genannten Unternehmen infrage, bei denen sich Produktions- und Absatzmenge unterscheiden. Dies dürfte meistens der Fall sein, zumindest, wenn die Fertigungsmengen nicht den Abnahmemengen der Kunden synchronisiert werden.

Die zweistufige Divisionskalkulation ermittelt die Herstell- sowie die Verwaltungs- und Vertriebskosten getrennt. Die Herstellkosten werden durch die Produktionsmenge geteilt, die Verwaltungs- und Vertriebskosten durch die Absatzmenge. Die Summe aus diesen beiden Kostenteilen ergibt die Selbstkosten pro Stück.

Für unseren Bilderrahmenhersteller könnte das wie folgt aussehen: Er hat im letzten Jahr 5.000 Rahmen gefertigt, aber 5.500 verkauft, weil 500 noch auf Lager waren. Von seinen 400.000 EUR Kosten rechnet er 300.000 EUR der Herstellung zu, 100.000 EUR Verwaltung und Vertrieb. Die Kalkulation erweitert sich daher wie folgt:

Zweistufige Divisionskalkulation
Zweistufige Divisionskalkulation

Mehrstufige Divisionskalkulation

Einsetzbar unter folgenden Bedingungen:

  1. Das Unternehmen erstellt ein oder einige (wenige) Produkte oder Dienstleistungen.
  2. Produktions- und Absatzmenge können übereinstimmen, müssen aber nicht. Ggf. erhöht sich die Zahl der Kalkulationsstufen (Prinzip wie bei der zweistufigen Divisionskalkulation).
  3. Es handelt sich um eine mehrstufige Fertigung (allerdings mit überschaubarer Struktur (z. B. 2–3 Werkstätten).

Sie kommt dann infrage, wenn die Produktion insgesamt recht überschaubar strukturiert ist, z. B. ein Produkt in unterschiedlichen Mengen mehrere Stufen durchläuft und jeweils zwischengelagert, oder ein Produkt in mehreren Varianten (mit/ohne Weiterbearbeitung) gefertigt wird.

Prinzipiell arbeitet diese Methode mit mehreren einfachen Divisionskalkulationen und vollzieht so die unterschiedlichen Fertigungsstufen nach. Durchläuft ein Produkt mehrere Stationen im Produktionsprozess, werden die jeweils für diese Stationen anfallenden Kosten durch die Anzahl der hergestellten Produkte geteilt. Die Summe aller Kostenkomponenten ergibt dann die Selbstkosten.

Beispiel: Die Rahma KG kommt auf die Idee, das Produktprogramm leicht auszubauen. So soll anstelle des Standard-Bilderrahmens in Holz natur auch eine farbig lasierte Version angeboten werden. Dabei werden nur die Standard-Rahmen zu einem bestimmten Prozentsatz in einem weiteren Schritt lasiert.

Die Rahmenfertigung kostet insgesamt 250.000 EUR und schafft 5.000 Stück. Die Lasier-Werkstatt verarbeitet 2.000 Stück und kostet zusätzliche 50.000 EUR. Insgesamt werden also 5.000 Rahmen hergestellt, 3.000 natur und 2.000 lasiert. Verkauft werden alle Natur-Rahmen und 1.500 lasierte. Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand für beide Rahmenarten ist jeweils identisch, insgesamt verursacht er Kosten von 99.000 EUR.

Mehrstufige Divisionskalkulation I
Mehrstufige Divisionskalkulation I
Mehrstufige Divisionskalkulation II
Mehrstufige Divisionskalkulation II
Mehrstufige Divisionskalkulation III
Mehrstufige Divisionskalkulation III

Damit kosten Natur-Rahmen 50 + 22 = 72 EUR und lasierte Rahmen 50 + 25 + 22 = 97 EUR.